Mein Beratungsansatz
Den Mensch als Ganzes verstehen
Mich fasziniert, wie eng Körper, Psyche und unsere Lebensumstände miteinander verbunden sind. Wie sehr das, was wir erleben, denken und fühlen, unser körperliches Wohlbefinden beeinflussen kann – und wie umgekehrt körperliche Prozesse auf unsere Stimmung, unser Denken und Verhalten wirken können.
Nicht alles ist psychisch. Nicht alles ist körperlich. Und vieles lässt sich nicht sinnvoll voneinander trennen.
Erschöpfung, Antriebslosigkeit oder innere Unruhe können beispielsweise mit anhaltendem Stress, belastenden Lebensumständen oder ungelösten Konflikten zusammenhängen. Ebenso können Schlafmangel, Nährstoffmängel, hormonelle Veränderungen oder Erkrankungen eine Rolle spielen.
Deshalb halte ich wenig davon, Beschwerden, Gefühle oder Verhaltensweisen vorschnell in eine bestimmte Schublade zu stecken. Mir ist wichtig, unterschiedliche Erklärungsansätze offenzuhalten und Zusammenhänge zu betrachten, bevor wir Schlussfolgerungen ziehen.
Das biopsychosoziale Modell – den Menschen in seiner Gesamtheit betrachten
Bereits 1977 stellte der amerikanische Internist und Psychiater George L. Engel das biopsychosoziale Modell vor. Er stellte damit das damals vorherrschende rein biomedizinische Krankheitsverständnis infrage, das sich vor allem auf körperliche Vorgänge konzentrierte und psychologische sowie soziale Einflussfaktoren weitgehend ausklammerte.
Sein Ansatz eröffnete eine umfassendere Perspektive: Gesundheit, Krankheit und menschliches Erleben lassen sich nicht immer allein durch einzelne körperliche Befunde oder isolierte Ursachen erklären.
Das biopsychosoziale Modell berücksichtigt deshalb drei miteinander verbundene Ebenen:
Biologisch: Körperliche Voraussetzungen, Schlaf, Ernährung, Stoffwechsel, hormonelle Prozesse, genetische Einflüsse und Erkrankungen.
Psychologisch: Gedanken, Gefühle, Erfahrungen, Überzeugungen, Verhaltensmuster und individuelle Bewältigungsstrategien.
Sozial: Beziehungen, Familie, Beruf, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und das persönliche Lebensumfeld.
Diese Ebenen stehen in ständiger Wechselwirkung. Sie können sich gegenseitig beeinflussen, Belastungen verstärken, aber auch Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.
Engels Modell hat die Medizin und Gesundheitswissenschaften nachhaltig geprägt und wurde seither vielfach aufgegriffen, diskutiert und weiterentwickelt.
Für meine Beratung bedeutet das: Ich möchte nicht nur verstehen, was einen Menschen belastet, sondern auch, welche körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren in seiner individuellen Lebenssituation eine Rolle spielen könnten.
Psychoneuroimmunologie – die Verbindung zwischen Körper und Psyche
Wie eng diese unterschiedlichen Ebenen miteinander verbunden sind, zeigt unter anderem die Psychoneuroimmunologie (PNI). Dieses interdisziplinäre Forschungsgebiet beschäftigt sich mit den komplexen Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nervensystem, Hormonsystem und Immunsystem.
Es untersucht beispielsweise, wie sich Stress, emotionale Erfahrungen und soziale Beziehungen auf körperliche Regulationsprozesse auswirken können – und wie umgekehrt biologische Vorgänge unser psychisches Erleben beeinflussen.
Besonders spannend finde ich die Arbeit des Innsbrucker Mediziners, Psychologen und Psychoneuroimmunologen Univ.-Prof. Dr. Dr. Christian Schubert. In seiner Forschung beschäftigt er sich nicht nur mit einzelnen biologischen Messwerten, sondern auch mit der individuellen Lebensgeschichte, dem emotionalen Erleben und dem Alltag eines Menschen. Mithilfe integrativer Einzelfallstudien untersucht er, wie persönliche Erfahrungen und körperliche Prozesse im zeitlichen Verlauf zusammenhängen.
Ein Gedanke aus seiner Arbeit bringt für mich einen wesentlichen Aspekt auf den Punkt:
„Wir richten unseren ganzheitlichen Fokus auf das gesamte Leben einer Person.“
Christian Schubert in seinem Buch: Was uns krank macht – Was uns heilt
Genau dieser Blick auf den Menschen entspricht meiner Haltung. Denn ähnliche Beschwerden müssen nicht dieselben Ursachen haben. Hinter anhaltender Müdigkeit können beispielsweise Schlafmangel, Überlastung, Nährstoffmängel, Erkrankungen oder mehrere Faktoren gleichzeitig stehen. Auch psychische Belastungen können sich körperlich bemerkbar machen, während körperliche Veränderungen wiederum unser Denken, Fühlen und Verhalten beeinflussen können.
Es geht nicht darum, hinter jedem körperlichen Symptom eine psychische Ursache zu suchen oder jede psychische Belastung biologisch erklären zu wollen. Es geht darum, beide Richtungen ernst zu nehmen.
Dabei ersetzt eine ganzheitliche Betrachtung weder medizinische Diagnostik noch psychotherapeutische Behandlung. Sie kann aber helfen, unterschiedliche Einflussfaktoren bewusster wahrzunehmen, sinnvolle Fragen zu stellen und notwendige fachliche Abklärungen einzubeziehen.
Individuell statt nach Schema F
Meine Arbeit ist lösungs-, ressourcen- und entwicklungsorientiert. Je nach Anliegen verbinde ich fachliches Wissen mit unterschiedlichen Gesprächs-, Reflexions- und Coachingmethoden.
Eine Methode ist für mich dabei kein Selbstzweck.
Ich arbeite nicht nach dem Prinzip: Ich habe einen Hammer – jetzt suchen wir gemeinsam dein Problem, das möglichst wie ein Nagel aussieht. 😉
Stattdessen schauen wir zunächst darauf, worum es bei dir eigentlich geht und was du erreichen möchtest. Daraus ergibt sich, welche Fragen, Perspektiven oder Methoden für deinen Prozess hilfreich sein können.
Meine Aufgabe ist dabei nicht, dein Leben für dich zu lösen. Ich bringe fachliches Wissen, Struktur, Fragen und neue Perspektiven ein. Die Expertin bzw. der Experte für dein eigenes Leben bleibst du.